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Des Kapitalisten Hölle ist des Bürgers Himmel

mit falschen Leuten angelgt ? Quelle : Official Press Foto/whitehouse.gov

Mit falschen Leuten angelgt ? Quelle : Official Press Foto/whitehouse.gov

Was wurde eigentlich aus der Bewegung, die endlich mal den Kern des Problems benennt? Sitzen die jungen Leute, die mittelosen Mittelständler und die obdachlosen und mit Lebensmittelkarten überlebenden Armen immer noch auf dem “Liberty Square“?

Sie können beruhigt sein. Ja, sie stehen immer noch ihrem Mann … oder alternativ: ihrer Frau. Unangenehme Stille herrscht aber auf der Seite des Establishments. Keine wütenden Republikaner auf FoxNews, die die Menge als Sozialisten, Kommunisten, Faschisten und als Abschaum beschimpfen. Kein Obama, der unterstützende Worte abliefert. Stattdessen ein Bloomberg, der die Proteste abkanzelt und eines Presse die in Relation zur Größe der Bewegung sehr wenig berichtet. Immerhin: Wenn in einem 1000-Seelen-Dorf, fünf Tea-Party-Freunde Schilder hochhalten kommt es in die Primetime Nachrichten und eine übersexualisierte Blondine labbert über den Heroismus der Tea-Party und nennt Obama ein “illegal Alien” – einen illegalen Einwanderer. Logik und Objektivität Par exellence eben.

Wieso sagt der wie ein Messias gefeierte nichts dazu? Ist der Friedensnobelpreisträger zu sehr beschäftigt, damit dem Iran zu drohen ? Zu sehr damit beschäftigt, andere zu belehren, obwohl man eigene Probleme hat ? Es hat viele Gründe, aber der echte Grund kommt jetzt.

In den USA wird derjenige Präsident, der das meiste Geld zusammenkratzen kann. Dazu leiert man alte Rentner an oder zockt Jugendliche durch ihren Idealismus ab. Auch das Abschöpfen der Mittelständler ist kein Ding. Hockey-Mums und Farmerfamilien geben auch ordentlich Geld. Aber die wichtigsten Unterstützer eines Kandidaten sind doch immer noch die “Upperclass” mit ihren  Unternehmen und Banken und die scheinen den talentierten,  jungen Mann zu mögen. Die goldigen Jungs & Mädels von GoldmanSachs scheinen ihn so sehr zu mögen, dass sie ihm fast 500.000 $ spenden.

Der Messias Obama ist wie alle anderen vor ihm auch. Geld ist das, was zählt. Ohne Moos nix los. Derjenige, der glaubt das Konzerne und Banken einen Mann ranlassen, der wirklich alles zugunsten der Menschen ändern will, ist mit naiv wohlwollend umschrieben. Kommt ein solcher Kandidat, wirft man ihm solange mit Geld voll, bis er hörig und ohne Zähne wird und auf Abruf bereit ist, das Blut seiner Bürger für die Konzerne &  Banken zu opfern.

Edit : US-Präsident Obama “adelt” Protester. Immer noch zu wenig meines erachtens in Ordnung , aber viel zu wenig. Was hält er davon die Nationalgarde zum Schutz der Menschen gegen die Polizei einzusetzen ?

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Beschützt mein Kapital!

Großbank & Exekutive gegen die "99 %" ? - Quelle : AbcNews/Jin Lee/Bloomberg/Getty Images

Großbank & Exekutive gegen die "99 %" ? - Quelle : /AbcNews/Jin Lee/Bloomberg/Getty Images

Die Bewegung “Occupy Wall Street” schlägt Wellen. Medien scheinen endlich anzufangen darüber zu berichten, doch aus der Politik hört man nichts. Doch die Wall Street schläft nicht. JP Morgan Chase & Co. ist aus Forbes Global-2000 Liste aus dem Jahr 2010 die größte Bank der Welt mit fast 240.000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 2,1 Billionen Dollar. Da sind 4,6 Millionen wirklich nichts, oder? Das dachten sich auch die Köpfe der genannten Bank und spendeten genannte Summe an wenn? An das New York City Police Department (NYPD) mit folgender Begründung:

JPMorgan Chase recently donated an unprecedented $4.6 million to the New York City Police Foundation. The gift was the largest in the history of the foundation and will enable the New York City Police Department to strengthen security in the Big Apple. The money will pay for 1,000 new patrol car laptops, as well as security monitoring software in the NYPD’s main data center.

New York City Police Commissioner Raymond Kelly sent CEO and Chairman Jamie Dimon a note expressing “profound gratitude” for the company’s donation.

“These officers put their lives on the line every day to keep us safe,” Dimon said. “We’re incredibly proud to help them build this program and let them know how much we value their hard work.”

Überwachungssoftware, um weiterhin für die Sicherheit des Big Apple zu sorgen?! Aber wenigstens ehren sie den Wert der Arbeit, den das NYPD leistet. Immerhin ist es wenigstens wertvolle Arbeit im Gegensatz zu dem der genannter Bank. Merwürdigerweise geschieht dies während den Occupy-Wall-Street-Protesten. Viele befürchten, dass sie dieses Geld nur bekommen haben, um die Proteste im Keim zu ersticken und nicht aus Liebe zum NYPD oder aus Liebe zum Big Apple.

“Occupy Wall Street” – Nie gehört ?!

Anfang einer Bewegung ? Quelle : /BoerseGo.com/©www.flickr.com/danperry.com

Anfang einer Bewegung ? Quelle : /BoerseGo.com/©www.flickr.com/danperry.com

Amerika – Geburtsland des Kapitalismus. Adam Smith und Milton Friedman. Burger und Baseball. Flagge und Kuchen. Es gibt unzählige Beschreibungen, wenn man Menschen fragt: “Was ist für sie Amerika?”. Der Volkswirt wird ihnen Ersteres, der Sportfreund zweites und der Gourmet-Patriot Letzteres nennen. Aber alle passen zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Sozialismus gilt in einigen Bevölkerungsschichten als “Feind” Amerikas.  Staatliches Gesundheitssystem – Sozialismus! – Steuererhöhung? “Taxed Enough Already”. Starke Regierung? – Sklaverei! Seit US-Präsident Obama regiert ist wenig in Sachen Finanzmarktregulierung passiert. Boni wie vor der Krise werden gezahlt und auch dieselben Methoden, die das weltweite Wirtschaftssystem in die Krise stürzten, sind wieder allgegenwärtig. Seien wir ehrlich: Es hat sich nichts geändert.

Das haben einige Leute satt und machen ihrem Unmut Luft. Seit dem 17. September 2011 versammeln sich junge Menschen und ein nicht kleiner Teil des Bürgertums im Herzen der amerikanischen Finanzwelt – der Wall Street, dem Epizentrum der Finanz – und Bankenkrise. Rote Fahnen und dementsprechende Slogans sind zu sehen im Herzen des Kapitalismus. In Amerika. Wer hätte sich vor 20 Jahren vorstellen können, dass eines Tages rote Fahnen als Symbol des Sozialismus durch die Straßen des “Financial Distrikt” wehen und die Leute Anti-Wall-Street-Slogans rufen. Der sowjetische Kommunist lacht sich ins Fäustchen. Am Ende scheint als habe die Rache der Sowjetunion zugeschlagen.

Kommen wir aber mal auf den Boden der Tatsachen.  Wer sind diese Jungen Menschen und was sind ihre Ziele und Mittel? Warum tun sie das und wie viele sind sie?

Die Veranstalter haben mit 20.000 Menschen gerechnet, die sie mit Hilfe von sozialen Netzwerken zusammengetrommelt haben sollen. Das NYPD und auch die Wiener Zeitung gehen von 1.000 bis 5.000 aus. Sie haben bescheidene Wünsche: US-Präsident Obama soll der Einfluss der Finanzlobby in Washington dezimieren – auf null. Sie fordern soziale Gerechtigkeit, das Ende sämtlicher amerikanischer Kriege in der Welt, ein Bildungs – und Gesundheitssystem, das für alle erschwinglich sein soll und natürlich: die Korruption in Washington und somit auch das Ende aller Lobbys, die in den USA eine unbeschreibliche Macht haben. Sie fordern echte Demokratie, echte Herrschaft des Volkes und keine Scheindemokratie, wo es wie Demokratie aussieht, aber eher einer Plutokratie, einer Geldherrschaft, ähnelt.

Vernünftige Ziele. Es sind keine typischen Linke sondern sie kommen aus allen Schichten : Arbeiterklasse, die Mittelklasse, Studenten. Unterstütz werden sie von Anonymus, der Internet-Guerilla und Adbuster, einer anti-materialistischen Non-Profit-Organisation.

Leider hört man nicht viel davon, den es ist allgemein bekannt, das die amerikanische Medienwelt dieses Ereignis ignoriert. Auch die deutschen Medien sind relativ leise. Ein kleiner Artikel bei Zeit Online, versteckt ,im Ressort Digital, obwohl die Veranstaltung einen politischen  Hauch hat und eher wenig mit Netzpolitik zu tun hat. Der Spiegel zählt eher die Zahl der Festnahmen und im Exposé steht ein etwas herabwürdigender Satz: “Doch aus dem Massenprotest wurde nichts – die Revolution blieb aus, die Polizei hatte leichtes Spiel.

Für viele, auch im lokalen Spiegel Online Forum war dieser Artikel etwas negatives. Foristen kritisierten den Artikel für seine negativ-herabwürdigende Schreibweise.

Fazit und Meinung: Richtig! Die Menschen haben ein Recht gegen soziale Ungerechtigkeit kundzutun. In den 20ern und 30ern Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den schweren Krisen der Weltwirtschaft gab es viele Streiks in den USA. Die Löhne waren zu niedrig zum Leben und so forderte man mehr Lohn. Soviel um ein normales würdiges Leben zu führen. Im Film von Michael Moore “Kapitalismus – eine Liebesgeschichte” wird ein Beispiel aus dem Jahr 1936 genannt, wo Arbeiter des Konzerns “General Motors” (GM) für mehr Lohn demonstrierten. GM rief die Polizei und engagierte laut Aussagen des Films sogar Schlägertrupps um den Streik aufzulösen. US-Präsident Roosevelt soll daraufhin die Nationalgarde gerufen haben – nicht um den Streik niederzuschlagen – sondern die Menschen zu beschützen. Er soll gemeint haben das die Arbeiter das Recht ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.

Er handelte damals richtig. Menschen habe das Recht für ein würdevolles Leben zu demonstrieren. Kein Recht, kein Mensch und keine Religion kann ihnen das verbieten. Obama müsste in diesem Fall, meiner Meinung nach, die Nationalgarde schicken um die Menschen vor der zunehmenden Polizeigewalt, von der man auch im Spiegel Artikel liest zu schützen.

Das wird leider nicht passieren. Auch die Medien werden schweigen. Den wie heißt es so schön “Wess’ Brot ich ess’, dess’ Lied ich sing”.