Fähnchen im Wind

Krokodilstränen ? Establishment unter Beschuss | Quelle : spiegel.de/DDP

Krokodilstränen ? Establishment unter Beschuss | Quelle : spiegel.de/DDP

Ich habe heute wieder köstlich gelacht. Und dabei die Hand vor’s Gesicht gehalten, als ich einen Artikel auf Spiegel Online gelesen habe. An sich ist er ziemlich gut stellt vieles wieder richtig dar: Die Politik hat eine große Mitschuld daran, dass Banken zu mächtig wurden, die Menschen haben das Recht, ihrem Unmut freien Lauf zu lassen und durch die Schuldenanhäufung von Staaten bei den Banken, hat sich der Staat von den Banken abhängig gemacht. Viele waren froh und ich war es auch: endlich ein Artikel, der die Bewegung nicht niedermacht – bei Spiegel Online natürlich. Zwar wussten das schon alle, das die Politik den Bärenanteil an dieser Situation trägt, aber schön das auch der Spiegel merkt. Doch jetzt stellt sich, meiner Meinung nach, die Frage: Wer waren die Akteure bei dieser Deregulierungswut? Wer propagierte einen deregulierten Finanzmarkt? Ich sag’s ihnen: Das sind die, die jetzt scheinheilig sich auf die Seite der Bewegung stellen wollen. Sie sehen ihre Felle davon schwimmen und schwimmen hinterher. Schade nur das die Felle zu schnell sind.

Bis in die 1980er Jahre war unser Finanzsystem relativ ordentlich reguliert. Strenge Regeln beherrschten die Börsen, es gab eine Trennung zwischen Geschäfts- und Investmentbanken und das Eigenkapital der Banken, welches dazu dient mögliche Kreditausfälle abzufedern, war hoch genug um eine Krise zu verhindern. Banken taten das, wozu sie eigentlich da sind: Der Realwirtschaft Schmiermittel bereitstellen. Kapital. Ohne Kapital können Unternehmen nicht investieren, ihre Mitarbeiter bezahlen und Produktionsmittel kaufen. Alles war eben toll.

Das gefiel einigen nicht und so wollte man das ändern. Alles fing an im Heimatland des Kapitalismus: den Vereinigten Staaten von Amerika. Ein einst industrieller Gigant, die Lokomotive des Westens und Heimat vieler großer Banken und Konzernen. Das Ganze fing in den 1980ern an, als der verstorbene US-Präsident Reagan, ein Schauspieler mit wenig Talent gesegnet, aber tolles Aushängeschild der Konzerne, zum 40. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Eiligst kreierten er sein Kabinett und da war jemand, den man dort nicht hingepackt hätte sollen: Donald Regan, dicker Fisch bei Merrill Lynch. Mit ihm begann Schritt eins: Steuersenkung für Reiche. Und damit begann der Anstieg der Staatsschulden der USA. Waren es 1981 noch 900 Milliarden $ waren es 1989 fast vier Billionen Euro. Ein Anstieg von fast 400 %. Das war noch nichts, im Gegensatz zu dem, was jetzt kommt. 1993 wurde Clinton US-Präsident und auch der hatte einen Spezialisten. Und welch ein Wunder: großer Fisch bei GoldmanSachs und CityGroup. Der Mann, von dem ich rede war, ein Herr Robert Rubin. Er hob den Glass-Steagal-Act auf, welcher den Banken Verbot, mit dem Geld der Sparer zu “zocken”. Die Trennung zwischen Geschäfts und Investmentbanken war aufgehoben. Mit seiner Hilfe entstand die größte Bank der Welt: CityGroup. Jetzt waren alle Schutzdeiche gebrochen und es ging los: Es wurde gezockt, an mittellose Menschen wurden unverschämt hohe Kredite mit unverschämt hohen Zinsen vergeben. Um das Risiko der jeweiligen Bank in den USA zu verringern, verkaufte man die Rechte an Krediten und Kreditausfallversicherungen an Banken weltweit, Unteranderem an die deutschen Landesbanken und Geschäftsbanken. Rating-Agenturen als Handlanger der Banken stuften diese Schrottpapiere auch mit den Bestnoten AAA aus. Heute sind sie dabei, ganze Staaten ins Verderben zu stürzen. US-Präsident G.W. Bush, regiert von 2001 bis 2009, führte all dies weiter: Er hob Schutzgesetze für amerikanische Hausbesitzer auf, senkte die Steuern der Reichen weiter und führte zwei offizielle Kriege, in denen Zehntausende starben. Die Schattenkriege von CIA und Co. mal ausgenommen.

Und all diese Deregulierungen wurden weltweit durchgeführt. Mrs. Thatcher im Vereinigten Königreich und mit Gerhard Schröder und seine Truppe in Deutschland.

Gerhard Schröder, ehemals Bundeskanzler, jetzt Herr über russisches Gas hat natürlich in Deutschland die Dämme der Vernunft in die Luft gejagt. Angefangen hat der mit sogenannten Hedgefonds. Die waren bis nicht erlaubt, den Hedgefonds sind eine spezielle Art von Investmentfonds, die durch eine spekulative Anlagestrategie gekennzeichnet sind. Hedgefonds bieten die Chance auf sehr hohe Renditen und tragen entsprechend ein hohes Risiko. Mit Herr Jörg Asmussen und dem ehemaligen Finanzminister Hans Eichel ging es auch in Deutschland los. Über genannten Herr weiß man wenig. 2003 wurde er Leiter der Abteilung für nationale und internationale Finanzmarkt- und Währungspolitik. Man machte den Bock zum Gärtner. Er erstellte sogar Anleitungen wie man mehr Kredite vergeben kann ohne sein Polster, das Eigenkapital, zu erhöhen. Kredite nannte man Wertpapiere, ließ sie hochraten  und verkaufte sie an andere Banken. Heute ist er Staatssekretär von Wolfgang Schäuble im Finanzministerium. Ein Virus breitet sich eben aus. Was macht Rot-Grün heute? Versuchen sich als die Alternative hinzustellen und reden sogar von “Zerschlagung der Großbanken”.

Doch was macht jetzt Frau Merkel und Peer Steinbrück setzten diese Politik Eichels fort. Die Risiken wissend. Merkel gilt bei den Banken seit Ackermanns Kanzleramtsparty als zahnloses Blümchen  im Wind. Die gutmütige, aber gegenüber Banken ohmächtige Pfarrerstochter aus der Uckermark. Zunächst gibt sie den Banken einen Blankocheck, nennt einige Banken systemrelevant und deklariert ihre Maßnahmen als “alternativlos”. Immerhin seien einige Banken “too big to fail”. Jetzt knickt sie um, wie Fähnchen im Wind uns will sich solidarisieren mit der Bewegung. Doch der Schuss wird nach hinten losgehen, denn wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Frau Merkel hat gezeigt, durch ihr Verhalten, zu wem sie steht und zu was sie bereit ist, um Banken zu retten. Selbst wenn es den Untergang der Republik bedeuten würde.

Doch die Menschen haben erkannt, das Rot-Grün und Schwarz-Gelb nicht an regulierten Banken interessiert sind. Man versucht die Menschen durch billige Sprüche anzulocken, sie vor ihren Karren zu spannen und damit die Welle der Wahlprozente zu reiten. Haben die Grünen bereits mit der Anti-AKW-Bewegung gemacht. Parteien dürfen sich nicht als Kopf der Bewegung hinstellen, egal ob die Linke oder sonst etwas. Das soll eine Bewegung vom Volke sein und keine von der Partei. Hilfe ist gerne Willkommen, aber vereinnahmen lässt sich die Bewegung nicht.

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2 thoughts on “Fähnchen im Wind

  1. Den Schlussgedanken finde ich wichtig und danke für die interessanten Hintergrundinfos zum Banken-Hedgefonds-System…ich wünschte mir nur sehr, dass die Bewegung einen wichtigen Fakt nicht vergisst, wichtiger sogar als die Spekulation ist nämlich die Geldschöpfung und das Zentralbanksystem, durch das die Privatbanken-Agitateure die Welt mit Hilfe ihrer Geldschöpfung aus dem Nichts kontrollieren, indem Sie dafür sorgen, dass die Länder bei ihnen verschuldet sind und auch immer mehr werden, da das Zinssystem schon an sich dafür sorgt, dass die Schulden wachsen und wachsen und NICHT ZU BEGLEICHEN sind. Ebenso wie das Finanzsystem an sich durch die Geldschöpfung aus dem Nichts bereits für einen crash vorprogrammiert ist! Die Geldschöpfung in privater Hand ist DAS THEMA, dem sich die occupy-Bewegung und auch die Direkte-Demokratie-Bewegung annehmen muss, sonst wird das Ziel verfehlt, die Menschen tatsächlich in die richtige Richtung einer ernsthaften Veränderung zu führen! Wenn es der Elite gelingt, dies zu tun, und das ist im Moment ein Problem der occupy-Bewegung in den USA, dann ist das nur ein weiterer Lügenkomplex, der dem Volk verkauft wird als eine weitere Lösung, die nur Makulatur sein kann und der Elite ein “weiter-so” ermöglichen wird!

    • huhnundschaf says:

      Richtg. Ich möchte auch dies verbreiten. Wir müssen gewappnet mit Wissen hinausgehen. Geldschöpfung in privaten Händen führt zwangsläufig zu einer Inflation und Kreditrisiken. J.F. Kennedy wollte dies tun durch die Executive Oder “11110” wieder in die Hände des Staates bringen, starb aber leider. Der Befehl wurde wiederrufen und die Idee war futsch. Ich bin kein Verschöwrungstheoretiker, aber ich ziehe mir auch daraus meine Ideen und Gedanken.

      Wir müssen uns wehren gegen den Vorwurf wir seien populistische Schwätzer die keine fundierte Kritik am System haben und auf Krawall aus sind. Spread the Word und Danke für deinen Kommentar.

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