Hey Mann, wo sind die Raketen ?!

Rebell mit "MANPADS" Quelle : Reuters/Spiegel Online

Rebell mit "MANPADS" Quelle : Reuters/Spiegel Online

Was passiert eigentlich, wenn ein Volk gegen einen verhassten Diktator kämpft, dabei Waffen erbeutet und es zu einer bewaffneten Rebellion kommt? Ich werd’s Ihnen sagen: Der böse Diktator wird heftig zurückschlagen und die Rebellen an den Rand der Vernichtung bringen. Dann wird ein mächtiges, westliches Militärbündnis eine “Flugverbotszone” über dem umkämpften Land einrichten und anfangen die Truppen des bösen Diktators in die Steinzeit zu bomben und somit den Rebellen zum Sieg zu verhelfen. Wenn sie an Libyen denken, liegen sie goldrichtig.

Seit dem 15. Februar kämpfen Rebellen für ein freies und demokratisches Libyen. Daran gibt es nichts Verwerfliches. Doch da gibt es scheinbar einige Probleme. Es sollen laut NATO-Angaben 10.000 sogenannte “MANPADS” ( Man-Portable-Air-Defense-Systmes” ) fehlen. Im Volksmund auch Boden-Luft-Raketen genannt. Diese können von einer Person bedient werden, sind schwer auszumachen, leicht verständlich in der Bedienung und sind extrem gefährlich für tieffliegende Luftfahrzeuge wie Helikopter (sowjetische Hubschrauberpiloten des Afghanistankrieges 1979-1989 können hiervon ein Lied singen) und gegen startende Flugzeuge – egal ob zivil oder militärisch. So wurde am 23. März 2007 in Mogadischu/Somalia eine Iljuschin Il-76TD, ein Frachtflugzeug, abgeschossen, wobei sämtliche Crewmitglieder ums Leben kamen.

Zurück zum Thema: Nach dem Luftangriff der Amerikaner auf den libyschen Diktator Muamar-al-Gadhaffi 1986 kümmerte sich dieser verstärkt um die Luftabwehrkapazitäten seiner Armee und kaufte sich im Laufe der Zeit moderne russische und auch westliche MANPADS. Diese gelangten nun im Chaos des Bürgerkrieges in die Hände von islamistischen Kräften innerhalb der Rebellion. Islamisten unter Freiheitskämpfern sagen sie?

Ja, sie hören richtig. Innerhalb der Rebellen gibt es auch eine Gruppe, die keinen Hehl daraus macht, sich Islamisten zu nennen. Diese hört auf den Namen Libyan Islamic Fighting Group (LIFG), was soviel bedeutet wie Libysche Islamische Kampfgruppe. Die LIFG ist eigentlich seit 2001 auf Liste der Terrororganisation der Vereinten Nationen. 112 Kämpfer sollen im Irak gekämpft haben. Die Zahl der Afghanistankämpfer der LIFG ist nicht bekannt. Gadhaffi bekämpfte diese erfolgreich. Bis der Westen entschied, gegen Gadhaffi zu kämpfen – und somit die LIFG zu unterstützen, wenn auch nicht direkt. Nun ist Gadhaffi weg, 10.000 Raketen sind verloren und die Übermacht der Islamisten im “National Transistional Council” (NTC) ist so groß das der moderate Chef kein politisches Amt in einer neuen Regierung übernehmen will.

Fazit und Meinung: Der Vorwurf, der Westen backe sich seine Gegner selbst, ist scheinbar gerechtfertig. So wurden die Mudschaheddin den 1980er Jahren im Kampf gegen die Sowjets massiv vom Westen unterstützt. Jetzt kämpfen sie gegen den Westen. Saddam erhielt während des 1. Golfkrieges massiv Waffen aus dem Westen um gegen die Iraner zu kämpfen. Schicksal? Entmachtet und erhängt. Da ist es nicht schwer zu sagen, wer der nächste Gegner des Westens wird. Deutschland hat sich mit seiner Entscheidung sich bei der UN-Abstimmug zur Errichtung einer Flugverbotszone richtig verhalten. Man sollte erst analysieren und dann entscheiden, wenn oder was man unterstützt und nicht alles wegbomben und dann nachfragen. Jetzt fehlen Tausende von Raketen, die irgendwie über Saudi-Arabien und Pakistan nach Afghanistan kommen werden und solche Meldungen leider erhöht vorkommen werden.

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